Fonds- und ETF-Sparpläne Wissen, Rechner & Anbieter-Vergleich

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Fondssparpläne erfreuen sich bei Sparern enormer Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an den hohen Renditemöglichkeiten und dem im Vergleich zu einem Aktiensparplan überschaubarem Risiko. Außerdem kann ein Fondssparplan für die vom Arbeitgeber gewährten vermögenswirksamen Leistungen genutzt werden. Geringverdiener können dann noch von staatlichen Zuschüssen in Form der Arbeitnehmersparzulage profitieren. Bis zu 80 Euro Förderung sind so derzeit jährlich möglich.

Was ist ein Fonds / ETF Sparplan?

Geringeres Risiko durch breite Streuung

Mit einem Fondssparplan investiert man nicht in Aktien oder Anleihen direkt. Stattdessen fließt das Geld in einen Investmentfonds, der mit den Geldern aller Anleger dann Aktien, Anleihen oder Immobilien kauft. Für Kleinanleger bringt dies mehrere Vorteile mit sich. Denn einem großen Investmentfonds stehen Möglichkeiten offen, auf die Privatanleger sonst keinen Zugriff hätten. Außerdem kann ein Fonds als Großanleger am Markt agieren und so Sonderkonditionen verhandeln, von denen Sparer sonst nur träumen können. Ein guter Fonds legt außerdem viel Wert auf eine breite Risikostreuung, wodurch das Risiko starker Verluste enorm reduziert wird.

Aktiv oder passiv gemanagt?

Im wesentlichen kann man Fonds in zwei Kategorien einteilen. Zum einen wären da die aktiv gemanagten Fonds. Bei einem solchen Fonds gibt es einen zuständigen Fondsmanager, der ständig das Portfolio optimiert und anpasst. Ziel eines solchen Fonds ist es, besser abzuschneiden als ein Vergleichswert, also beispielsweise der DAX oder dem EURO STOXX 50. Neben Aktien können auch andere Fonds, Anleihen oder Immobilien als Anlageobjekt gehandelt werden. Die Fonds spezialisieren sich dabei beispielsweise auf Branchen, Regionen oder Unternehmen einer gewissen Größe. Allerdings ist ein guter Fondsmanager nicht billig, weshalb für solche Fonds oft hohe Kosten anfallen.

Denn für alle Fonds fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag an. Das ist eine Gebühr, welche von der Fondsgesellschaft erhoben wird. Üblicherweise liegt sie zwischen einem und fünf Prozent. Gelegentlich kann sie auch höher liegen, berechnet wird sie auf die Summe der im Jahr getätigten Einzahlungen. Der Ausgabeaufschlag dient zur Deckung der laufenden Kosten des Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds können jedoch noch weitere, zusätzliche Kosten anfallen. Im Verkaufsprospekt des Fonds müssen diese als Total Expense Ratio (TER), also Gesamtkostenquote, ersichtlich sein. Ihre Höhe liegt meist zwischen 0,3 und 3 Prozent und fällt auf das gesamte Anlagevermögen an. Hinzu kommen Gebühren für jede durchgeführte Order. Die werden zwar aus dem Fondsvermögen bedient, die Rendite leidet trotzdem darunter. Vergleichen kann sich hier lohnen, denn einige Direktbanken wie die comdirect gewähren ihren Kunden Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Allerdings gelingt es bei weitem nicht jedem Fondsmanager besser abzuschneiden als der Vergleichswert. Und falls doch, so müssen sie knapp 1,5 Prozent mehr Rendite erwirtschaften, um die höheren Kosten zu decken.

Passiv gemanagte Exchange Traded Funds (ETF)

Mit deutlich geringeren Kosten versuchen Echxange Traded Funds die Anleger für sich zu begeistern. ETF sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden, wodurch der Ausgabeaufschlag meist entfällt. Da man für Börsenprodukte jedoch ein Depot benötigt können diese zusätzlich anfallen. Dafür liegt die Gesamtkostenrate bei einem ETF meist nur zwischen 0,1 und 1,0 Prozent. Diese Gebühren dienen dazu, die laufenden Kosten zu decken. Sie sind auch deshalb vergleichsweise niedrig, weil ein ETF keinen Fondsmanager benötigt, der das Portfolio ständig neu optimiert. Ein ETF versucht in der Regel, einen Indexwert nachzubilden und meidet große Risiken. Verbraucherzentralen sehen ETF deshalb als kostengünstige und ausgewogene Alternative zu aktiv gemanagten Fonds. In jedem Fall sollte man sich vor der Entscheidungen für ein Investment, gleich welcher Form, über das Anlageziel, die verfolgte Strategie und die ungefähre Zusammensetzung des Portfolios informieren. Denn wie schon einer der erfolgreichsten Investoren empfiehlt sollte man niemals in etwas investieren, das man nicht auch versteht.

Zinsen ausschütten oder ansparen?

Neben den Kosten ist die Frage, was mit den Erträgen geschieht eine wichtige Frage. Erträge können in Form von Zinsen, dem Erlös aus dem Börsenhandel oder Dividenden generiert werden. Eine Möglichkeit ist es, die Erträge an die Anleger auszuschütten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Gewinne dem Fondsvermögen zuzuführen. Fonds die ihre Gewinne wieder reinvestieren nennt man auch thesaurierend. Der Vorteil ist, dass man von einem Zinseszins profitieren kann. Der Nachteil ist aber, dass man natürlich so auch seine Zinserträge mindert, sollte der Kurs absacken. Für beide Formen der Zinsausschüttung fällt Abgeltungssteuer an. Bei deutschen Fonds wird diese automatisch vom Fondsvermögen einbehalten und abgeführt. Davon ausgenommen ist nur, wer bei seiner Bank einen Freistellungsauftrag einreicht.

Für wen eignen sich Fonds-Sparpläne?

Aktiv gemanagte Fonds lohnen sich leider nur selten. Nur wenigen Fondsmanagern gelingt es langfristig Erträge zu erzielen, die auch nach Abzug aller Kosten ihre Vergleichswerte schlagen. In sie investieren sollte man also nur, wenn man eher chancenorientiert investiert und dabei auch Risiken in Kauf nehmen kann. Denn nur den allerwenigsten Fondsmanagern gelingt es tatsächlich, ihren Benchmark zu schlagen. Hinzu kommen noch die hohen Kosten. Passiv gemanagte ETF sind deshalb in den meisten Fällen die bessere Wahl. Die Kosten sind niedrig und das Portfolio bildet ziemlich genau den gewünschten Index ab, geeignet sind sie hervorragend für einen langfristigen Vermögensaufbau.


Fondssparplan-Anbieter

Ein breit gestreuter Fond, der auch Kursschwankungen gut wegstecken kann sollte ein elementarer Baustein eines ausgewogenen Portfolios sein. Damit auch Sparer ohne großes Kapital die Chance haben, von den Wertentwicklungen an den Börsen zu profitieren wurden Fonds-Sparpläne geschaffen. Sie werden von nahezu allen Banken angeboten. Außerdem drangen in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen an den Markt, die keine klassische Bank sind, dafür aber mit sehr guten Konditionen glänzen. Ein weiterer Grund für die große Nachfrage bei Fonds-Sparplänen ist der Fakt, dass es auch Fonds gibt, die im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen (VL) vom Arbeitgeber bezuschusst werden können. Auch professionelle Anleger raten Sparern und Kleinanlegern immer wieder dazu, Geld in einem günstigen und passiv gemanagten Fond anzulegen.

Das Wichtigste zu Fondssparplänen zusammengefasst

Anders als bei einem Aktiensparplan erwirbt man keine Unternehmensanteile. Stattdessen fließen die Gelder in einen Fond, der dann als Großinvestor auf dem Markt auftritt und Gewinne anteilig auf die Anleger verteilt. So ein Fond kann beispielsweise Aktien, Anleihen, Edelmetalle oder Renten umfassen. Gängig sind auch Mischformen, bei denen in verschiedenste Finanzprodukte investiert wird. Für Sparer zu empfehlen sind ETF, da diese sehr günstig sind und relativ sicher. Da Fonds Wertschwankungen unterliegen sind auch Verluste bis hin zum Totalausfall möglich. Fonds unterliegen keiner Einlagensicherung, sind aber im Falle einer Pleite der Bank oder Investmentgesellschaft trotzdem gesichert, da sie als Sondervermögen gelten und somit nicht zur Insolvenzmasse zählen.

Die Form des Sparplans ist beim Fondskauf auch deshalb besonders attraktiv, weil viele Banken ihren Kunden Rabatte auf den Ausgabeaufschlag gewähren. Oft werden bis zu 100 Prozent geboten. Normalerweise berechnen Fondsgesellschaften sonst bis zu fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Bei einem ETF fällt hingegen kein Ausgabeaufschlag an, dafür werden in der Regel Gebühren für die Sparplanausführung berechnet, die meist zwischen einem und zwei Prozent liegen. Man sollte sich also entweder für einen solchen Fond mit Rabatt oder einen ETF entscheiden, damit die Erträge nicht von den Gebühren aufgefressen werden. Neben den Gebühren, welche von der Bank berechnet werden gibt es noch Verwaltungsgebühren, die der Fonds selbst berechnet. Die Gesamtkostenrate (Total Expense Ratio) eines Fonds lässt sich den Details entnehmen.


Häufig gestellte Fragen zu Fonds / ETF Sparplänen

Wann ist ein Fonds sparplanfähig?

Wann Fonds sparplanfähig

Grundsätzlich sind alle offenen Fonds sparplanfähig. Teilweise können auch bei geschlossenen Fonds Sparpläne ausgeführt werden, dies ist jedoch von der Zustimmung der Fondsgesellschaft abhängig. Bei allen offenen Fonds kann der Sparplan ausgeführt werden. wenn das Fondsdepot Bruchteile anerkennen kann.

Dies ist bei den Fondsgesellschaften und bei einer Menge an Banken problemlos möglich. Die Bruchteilsverwahrung ist notwendig, da mit einer monatlichen Zahlung nicht unbedingt ein Anteil am Fondsvermögen erworben werden kann.

Wie funktioniert ein Fondssparplan?

Fondssparplan Funktionsweise

Bei einem Fondssparplan wird in einem festen Rhytmus, meistens monatlich, eine feste Summe in einem Fonds der eigenen Wahl investiert. Die Sparbeträge können hierbei frei festgelegt werden wobei die Mindestsumme oftmals bei 25 Euro liegt. Clevere Sparer legen bei ihre Sparplänen eine Optimierung fest. Hierbei wird meist einmal jährlich der Sparbetrag um einen festen Prozentsatz erhöht.

So passt man die Spargewohnheiten an das gestiegene Einkommen an. Durch den Cost Average Effekt werden die Anteile zu unterschiedlichen Preisen gekauft und damit schlechte Kurse geglättet.

Worauf sollte man bei einem Fondssparplan achten?

Worauf beim Fondssparplan achten

Bei einem Fondssparplan geht es zunächst darum, die eigene Anlagestrategie richtig fest zu legen. Denn auch bei den Fondssparplänen gibt es unterschiedliche Anlageklassen. Die Risikoneigung des Anlegers ist daher zunächst herauszufinden um die richtige Anlageentscheidung dauerhaft treffen zu können. Die Fonds unterscheiden sich grundsätzlich in Aktien-, Renten- und Mischfonds.

Eine weiter Anlageklasse sind die Fonds auf Immobilien. Hier kann jeder seine Entscheidung für die jeweiligen Märkte treffen. Die Auswahl ist grenzenlos. In den Preismodellen gibt es die Varianten der Load- und der NoLoad Fonds. Die NoLoad Fonds haben keinen Ausgabeaufschlag, verzichten also auf Gebühren beim Kauf. Beide Varianten verfügen hingegen über eine Verwaltungsvergütung und ggf. eine Gewinnbeteiligung.

Bei den NoLoad Fonds sind diese Gebühren höher. Da die Verwaltungsvergütung jährlich auf den Depotwert gezahlt wird, lohnt sich in diesem Fall ein NoLoad Fonds nur, wenn eine sehr kurzfristige Anlage gewünscht ist.

Wann sollte man mit einem ETF Sparplan einsteigen?

Wann bei ETF Sparplan einsteigen

Ein ETF Sparplan kann eigentlich jederzeit begonnen werden. Voraussetzung ist der Wille, monatlich in Aktien und andere Beteiligungen investieren zu wollen. Durch die dauerhaft aktuellen Kurse gibt es keinerlei Nachteil, ob man am Beginn des Monats, in der Mitte oder auch am Ende des Monats seine Anteile kauft.

Vielmehr sorgt auch bei dieser Form des Sparplanes der cost average effekt dafür, dass sich die Kaufkurse mit der Zeit glätten.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

ETF-Sparplan Kosten

Ein ETF Sparplan ist nicht kostenlos, allerdings wurden die Kosten hierfür optimiert. Gegenüber einen herkömmlichen Investmentfonds ist der ETF vergleichbar mit der NoLoad Variante. Dies bedeutet, dass beim Kauf des ETF keine Ausgabeaufschläge anfallen. Die Depotbank rechnet möglicherweise Ordergebühren. Der ETF wird verrechnet durch eine Verwaltungsvergütung.

Diese wird jährlich auf dem Fondsvermögen belastet. Zur Verwaltungsvergütung können noch weiter Kosten wie Depotgebühr und eine erfolgsabhängige Vergütung kommen.

Welchen monatlichen Betrag soll man für einen ETF-Sparplan wählen?

ETF-Sparplan monatlicher Betrag

Der monatliche Betrag zum Sparen in einen ETF ist nicht begrenzt. Letztendlich kommt es darauf an, ob die Depotbank Gebühren pro Order erhebt. Wenn dies der Fall ist, sollten mehrmals im Jahr größere Orders getätigt werden. Falls der Kauf eines ETF gebührenfrei oder auch gebührenreduziert ist, spricht nichts dagegen auch monatlich 50 Euro in den ETF Sparplan zu legen.

Grundsätzlich kann hier auch mit einem Mindestbetrag von 25 Euro gearbeitet werden. Der Sparbetrag kann unterjährig jederzeit zur nächsten Order einfach angepasst werden.

Fonds / ETF Sparplan Anbieter-Vergleich

 comdirectING-DiBaConsorsbankDKB
Stand: 13.02.2017
Anzahl Fondsüber 350 Fonds und über 200 ETFüber 130 Fonds und 55 ETFüber 570 Fonds und über 290 ETFüber 1800 Fonds und über 240 ETF
Rabatt auf Ausgabeaufschlag (Fonds)bis zu 100%bis zu 100%25 - 100% bei ausgewählten Fondsüber 200 Fonds mit 100%
Gebühren für Sparplanausführung (ETF)1,5%1,75%1,5%
140 ETF ohne Gebühr (von Lyxor und Comstage)
1,50€
Depotentgelte0€ bei aktivem Sparplan oder Girokonto
12€ jährlich bei VL-Depot
0€0€0€
Ausführungsintervallmonatlich, zweimonatlich oder vierteljährlichmonatlich, zweimonatlich oder vierteljährlichmonatlich, zweimonatlich, vierteljährlich oder halbjährlichmonatlich, zweimonatlich oder vierteljährlich
Sparrateab 25€ab 50€ab 25€ab 50€
AnbieterMehr Infos Mehr Infos Mehr Infos Mehr Infos
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